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25. Februar 2018

Wenn der Berg ruft


Das schöne Herbstwetter lädt die Freiburgerinnen und Freiburger zum Wandern ein. Michel Jungo, Tourenchef der SAC-Sektion Kaiseregg, sagt, wie sich Naturfreunde auf einen Wandertag in den Bergen vorbereiten können.
«Die gold-rötlichen Farben der Wälder und die klare Sicht täuschen unseren Augen vor, die Berge seien nur einen Katzensprung entfernt», sagt Michel Jungo sichtlich fasziniert über das herbstliche Wandern im hohen Gebirge. Er wohnt in St. Silvester und ist seit sechs Jahren Tourenleiter sowie seit drei Jahren Tourenchef bei der Sektion Kaiseregg des Schweizerischen Alpen-Clubs (SAC). Auch privat wandert, tourt und klettert er viel mit seiner Frau in den verschiedensten Schweizer Bergregionen, und zwar zu jeder Jahreszeit. Eine Bergtour im Herbst sei für ihn die absolute Erholung. «Ich geniesse die Ruhe in den Wäldern und auf dem Berg. Es sind weniger Leute unterwegs als im Sommer. Dafür zeigt sich manchmal ein Wildtier.»

Doch es gibt im Herbst auch besondere Gefahren: Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken, und das Wetter kann einen böse überraschen. Wenn es während ein paar Tagen kühl war und dann geregnet hat, kann es an gewissen Stellen auf der Route gefrieren. Kommt nicht genügend Sonne dazu, bleibt der Boden gefährlich glatt. Daher ist vor allem an steilen Nordhängen Vorsicht geboten. Eine genaue Planung der Wander­route und eine gute Vorbereitung seien deshalb unerlässlich, sagt der ­Tourenchef.

Revolutioniertes Wandern

Vor jeder Wandertour, besonders in Gebieten, die er nicht gut kennt, sucht Jungo im Internet nach praktischen Informationen. «Es gibt Websites wie Gipfelbuch.ch, auf denen oft aktuelle Berichte über die verschiedensten Wanderwege in der Schweiz aufgeschaltet sind. Ich erhalte so meine ersten Anhaltspunkte.»

Über die Jahre habe er seine Packliste fürs Wandern überarbeitet, erklärt der Berggänger. «Früher packte ich ­Käse und Brot ein. Heute sind es Riegel, Nüsse und Äpfel – leichte Nahrung, die mir viel Energie spendet.» Traditionell trage er immer noch eine Wanderkarte mit sich. Zusätzlich habe er sein Smartphone dabei, besonders wegen der App der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega. «Für eine bessere Orientierung können die Koordinaten des aktuellen Standortes mit dem Programm abgelesen und auf die Karte übertragen werden», erklärt Jungo. Wenn sich eine Wanderin oder ein Wanderer bei einer Tour verletze, könne sie oder er sich auch direkt über die App bei der Einsatzzentrale der Rega melden, die den Standort übermittelt bekommt.

Um die Gefahr eines Unfalls zu vermindern, sei angepasstes Schuhwerk unerlässlich, sagt Jungo zum Trend, mit leichten Turnschuhen längere Wandertouren zu bewältigen. «Mit einer guten Sohle läuft es sich auf jeder Unterlage einfacher. Ein hoch geschnittener Schuh stabilisiert zudem das Fussgelenk.»

Allerdings könne eine professionelle Ausrüstung alleine nicht die volle Sicherheit garantieren. Es sei wichtig, dass jede Berggängerin und jeder Berggänger auf den eigenen Körper höre. «Gezielte Ruhepausen, gute Verpflegung und genügend Wasser garantieren Wohlbefinden und schenken genügend Kraft, damit das Wandern auch viel Spass bereitet», sagt der erfahrene Tourenleiter.

Wanderparadies Freiburg

«Chörbela», antwortet Jungo in überzeugtem Senslerdeutsch auf die Frage, wo im Kanton Freiburg sich seine Lieblingswanderroute befinde. Beim Schwarzsee wandere er an freien Tagen die Breccarunde, die sich von der Spitzfluh bis zum Chörblispitz ziehe. «Die Route ist eher anspruchsvoll. Es gibt mehrere steile Passagen», so Jungo. Eine gewisse Erfahrung sei bei dieser sechs- bis siebenstündigen Wanderroute Voraussetzung. Dieser Rundgang könne aber auch von der anderen Seite her über den Patraflon erlebt werden. Dies sei eine gemütlichere Route von vier bis fünf Stunden.

Michel Jungo mag die Freiburger Voralpen sehr, da es für jede bergbegeisterte Person viel zu entdecken gebe. «Es gibt einfachere, aber auch schwierigere Wanderwege. Für jedes Niveau ist etwas dabei.» Wenn es ihn in andere Schweizer Berggebiete ziehe, fühle er sich auch willkommen. «Ich habe auf über 2000 Metern noch nie eine hochnäsige Person angetroffen», sagt Jungo mit einem Schmunzeln. «Deshalb mag ich die Berge. Wir Berggänger teilen untereinander die Leidenschaft zur Natur und zum Gebirge. Wir sind offene Leute. Deshalb schliesse ich in jeder Berghütte immer wieder neue Freundschaften.»

Quelle: FN/JOCELYNE PAGE

 

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